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Bisher ist es noch nicht gelungen, eine wirksame Schutzimpfung für HIV zu entwickeln. An der Technischen Hochschule Köln sind erste Erkenntnisse vielversprechend.

Die Schwierigkeit in der Entwicklung des Impfstoffes ist, dass das HI-Virus so schnell mutiert und ein breites Spektrum an Virus-Stämmen ausbildet.

In der Technischen Hochschule Köln wird an einem Impfstoff nach dem Mosaik-Prinzip geforscht. Entwickelt wurde dieser in dem Unternehmen Janssen, der Pharmasparte des Konzerns Johnson&Johnson. Dabei werden Bestandteile verschiedener HI-Viren kombiniert, weswegen der Impfstoff als besonders vielversprechend gilt.

Schutzimpfungen beinhalten Merkmale des Virus in einer ungefährlichen Form. Das körpereigene Immunsystem erkennt und bekämpft anschließend diese. Dadurch erkennt das Immunsystem bei einer Infektion das Virus und kann dieses neutralisieren.

Der vielversprechende Mosaik-Impfstoff basiert auf viralen Vektoren, modifizierte und vermehrungsfähige Viren, deren Erbgut durch genetische Informationen ersetzt wird. In diesen viralen Vektoren sind mehrere synthetisch hergestellte Gene enthalten, die aus Abschnitten von HIV-Varianten bestehen. Aufgrund dieser Vielzahl an synthetisch hergestellten Genen wird eine möglichst breite Immunantwort erwartet.

Derzeit befindet sich der Mosaik-Impfstoff in der klinischen Testphase 3. Das bedeutet, dass er in einer größeren Studiengruppe bereits erprobt wird. Auch wenn es sich dabei um die letzte Testphase handelt, ist das leider noch keine Garantie dafür, dass der Impfstoff auch auf den Markt kommt.

Quelle: https://www.noz.de/deutschland-welt/xl-magazin/artikel/koelner-forscher-bringen-suche-nach-aids-impfstoff-weiter-42423938

Seit der Entdeckung des HI Virus schreitet die Entwicklung der Medikamente immer weiter voran. Es werden immer effektivere Wirkstoffe gefunden, die den Medikamenten der älteren Generation in Wirksamkeit und Verträglichkeit deutlich überlegen sind.

Die Lebenserwartung von HIV-Patient:Innen  kann mit der richtigen Therapie ähnlich hoch sein, wie die von nicht HIV-positiven. Gesundheitliche Themen, ausreichende Bewegung und eine gesunde Ernährung rücken im Leben der Patient:Innen deutlich in den Vordergrund. Die Lebensqualität kann durch die genannten Aspekte, sowie die modernen Kombinationen aus nur zwei Wirkstoffen, positiv beeinflusst werden.

Polypharmazie und HIV-Therapie
Im Alter können bei HIV-positiven und HIV-negativen Menschen dieselben gesundheitlichen Probleme auftreten, welche eine weitere medikamentöse Therapie erfordern. Daher wird angestrebt möglichst wenige Substanzen in die Therapie einzubinden, um etwaige Wechselwirkungen der Substanzen zu verhindern.

Betrachtet man die HIV-Therapie, die ab Mitte der 1990er Jahre verordnet wurde, so fällt auf, dass meistens drei oder vier Wirkstoffe in Kombination angewandt wurden. In den Leitlinien zur HIV-Therapie werden heute auch Kombinationen aus nur zwei Wirkstoffen empfohlen.

In der Studie „Positiven Perspektiven 2“ wurde das Verhältnis der Lebensqualität und der Polypharmazie untersucht. Als Polypharmazie wird hier die Einnahme von fünf oder mehr Tabletten pro Tag definiert, die dazu führen kann, dass die Einnahmetreue der Patient:Innen sinkt und das Risiko von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen erhöht wird.

In der genannten Studie wurden weltweit 2.389 HIV-positive Menschen befragt. 82% der Befragten gaben an, dass sie mindestens ein zusätzliches Medikament einnehmen und besorgt darüber seien im Alter noch mehr Medikamente einnehmen zu müssen.

65% der Befragten sind offen für eine Therapie mit weniger Wirkstoffen bei gleicher Wirksamkeit.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der in der Studie beleuchtet wurde, ist die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Ärzt:Innen und Patient:Innen. Die Patient:Innen mit in die eigene Therapie einzubinden, Wünsche und Schwierigkeiten offen zu besprechen, bietet eine große Chance die Lebensqualität von HIV-positiven Personen dauerhaft zu erhöhen.

Im Fokus der HIV-Therapie liegt heute also neben der höheren Überlebenswahrscheinlichkeit, eine Therapie zu entwickeln, die dem HIV-positiven Menschen hilft die Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig Nebenwirkungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten, vor allem im Alter, zu vermeiden.

Seit Neustem gibt es die für Sie kostenlose pharmazeutische Dienstleistung der Medikationsberatung in Apotheken. Das bedeutet, dass wenn Sie fünf oder mehr verschreibungspflichtige Arzneimittel verordnet bekommen, diese von einer  Apotheker:In überprüfen lassen können, ob eventuelle Wechselwirkungen zwischen den Arzneimitteln, oder eventuell auch  Nahrungsergänzungsmitteln bestehen oder anderweitige arzneimittelbezogene Probleme vorliegen, die eventuell die Therapiesicherheit beeinflussen.

Quelle: Deutsch Österreichische Leitlinie zur antiretroviralen Therapie der HV1-Infektion; Livlife.com/dam/cf-viiv/livlife/de_DE/pp2/documents/viiv_positive_perspektiven_2_Ergebnisbericht_2021.pdf

Die Suche nach einem Impfstoff gegen das HI-Virus ist innerhalb der letzten 40 Jahre nicht gelungen. Die Impfstoffe scheitern vor allem an den zahlreichen Varianten und der schnellen Mutation des Virus. Eine neue Impfstrategie soll jetzt Abhilfe leisten und die mRNA-Technologie, die bereits erfolgreich bei der Impfung gegen SARS-CoV-2 eingesetzt wird, solls möglich machen.

Am 27.01.2022 gab das Biotech Unternehmen Moderna bekannt, dass sein neuer HIV-Impfstoffkandidat im Rahmen einer Phase I Studie 56 gesunden, HIV-negativen Probanden verabreicht wurde. Es handelt sich um einen mRNA-Impfstoff der die Bildung von sogenannten „broadly neutralising antibodys“ (bnABs) gegen das HIV-Envelope Protein auslösen soll. Diese speziellen Antikörper wirken gegen eine Vielzahl verschiedener Varianten und sollen dadurch die Problematik der schnellen Mutation lösen.

Erreicht wird dies durch das „germline targeting vaccine design“. Dieses besteht aus einem Impfschema mit mindestens zwei unterschiedlichen Impfungen. Die erste Impfung wird auch als Priming bezeichnet und soll die Vermehrung der speziellen B-Zellen anregen, die zur Bildung von bnAB führen. Dazu wird eine mRNA appliziert, die als Bauplan für sollche Antigene dient, die diese speziellen B-Zellen addressieren. Diese Antigene ähneln jedoch nur wenig dem tatsächlichen Virusantigen. Daher muss in den darauffolgenden Booster Impfungen die Bindung der Antikörper an das Target, das natürliche Envelope-Protein des Virus, verbessert werden. Dafür wird in einer zweiten oder sogar dritten Impfung mRNA appliziert, die als Baupläne für Antigene dienen, die dem Envelope-Protein zunehemend ähneln. Die B-Zellen sollen dadurch dazu gebracht werden bnABs zu bilden, die an das natürliche Target binden.

Vorherige Studien an Makaken zeigten vielversprechende Ergebnisse. So konnte eine 79%ige Risikoreduktion einer Ansteckung bei Virusexposition festgestellt werden. Zieht man die zahlreichen unterschiedlichen HIV-Varianten in Betracht ist dies ein großer Erfolg und in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Warum eine Impfung, es gibt doch die PrEP?
Weltweit würden Menschen von einer Impfung gegen HIV profitieren. Zwar schützt die PrEP hocheffektiv vor einer Ansteckung, jedoch kommt es bei einigen Anwendern zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden oder Anwendungsfehlern. Zudem ist die Schutzwirkung nur für die Dauer der Anwengung gegeben, es ergibt sich kein dauerhafter Schutz vor einer HIV-Infektion. Vor allem in Ländern mit schlechtem Zugang zur PrEP ist die Impfung von großem Wert für die Prävention von HIV, da eine regelmäßige Versorgung mit dem Medikament nicht immer gewährleistet werden kann. Sie ist daher ein weiterer, bedeutender Schritt auf dem Weg zum Ende der HIV-Pandemie.

Quelle: „Erste klinische Tests eines mRNA-Impfstoffes gegen AIDS“ Aerzteblatt.de. 28.01.2022
„Moderna testet mRNA-basierte HIV-Impfung“ DAZ 31.01.2022

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